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CEO Coaching: Warum Fokus Dein grösster Wettbewerbsvorteil ist

  • 2. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Ein Tennisprofi steht beim Aufschlag. 15'000 Zuschauer im Stadion, Millionen vor dem Bildschirm, ein Matchball gegen ihn. In diesem Moment gibt es für ihn nur eines, den Ball, den Schläger, die nächste Bewegung. Alles andere ist ausgeblendet.

Diese Fähigkeit, vollständig im gegenwärtigen Moment zu sein und alles Irrelevante auszublenden, ist keine angeborene Gabe, sondern wird systematisch über Jahre trainiert. Dieselben Methoden kommen auch im Business zum Einsatz.


CEO schaut auf eine Fokuspunkt in der Ferne in den Bergen

Im Business sieht der Alltag allerdings fundamental anders aus. Eine Führungskraft wechselt im Schnitt alle drei Minuten die Aufmerksamkeit, zwischen E-Mails, Slack-Nachrichten, Meetings, Telefonanrufen und der eigentlichen strategischen Arbeit. Während Spitzensportler lernen, Fokus als Leistungsfaktor zu trainieren, akzeptiert die Business-Welt Zerstreuung zunehmend als Normalzustand.

Genau hier liegt einer der grössten ungenutzten Hebel für Führungskräfte. Fokus ist kein Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine trainierbare Kompetenz. Fokus ist messbar und macht den Unterschied zwischen durchschnittlicher und aussergewöhnlicher Führungsleistung.


Warum Fokus heute die knappste Ressource in der Führung ist

Noch nie war es so einfach, abgelenkt zu sein, und noch nie war ungeteilte Aufmerksamkeit so wertvoll. Studien zeigen, dass das Gehirn nach einer Unterbrechung im Schnitt 23 Minuten braucht, um wieder vollständig in einen Zustand konzentrierter Arbeit zurückzufinden. Bei der Taktung eines modernen Führungsalltags bedeutet das, dass viele Führungskräfte diesen Zustand kaum je erreichen.

Das Resultat ist eine Form von chronischer Oberflächlichkeit, viele Aufgaben werden angefangen, wenige wirklich zu Ende gedacht. Wichtige Entscheidungen werden zwischen zwei Meetings getroffen, statt mit der vollen kognitiven Kapazität, die sie verdienen würden.

Im Spitzensport würde das niemand akzeptieren. Ein Trainer würde keinen Athleten in einen entscheidenden Wettkampf schicken, der zwischen drei Dingen gleichzeitig hin und her wechselt. Fokus gilt dort als nicht verhandelbare Grundlage für Höchstleistung, und genau diese Haltung fehlt vielen Führungskräften.



Was Spitzensportler über Fokus wissen, das CEO Coaching aufgreift

Im professionellen Sport wird Fokus nicht dem Zufall überlassen. Athleten trainieren ihre Aufmerksamkeitssteuerung mit derselben Disziplin wie ihre physische Leistungsfähigkeit. Drei Prinzipien stehen dabei im Zentrum, und sie lassen sich direkt auf Leadership Coaching übertragen.


  1. Single-Tasking statt Multitasking. Kein Spitzensportler versucht, während eines Wettkampfs mehrere Dinge gleichzeitig zu verarbeiten. Die gesamte Aufmerksamkeit liegt auf einer Sache, der nächsten Bewegung, der nächsten Entscheidung. Forschung zur kognitiven Leistungsfähigkeit zeigt eindeutig, Multitasking existiert im eigentlichen Sinn nicht. Das Gehirn wechselt schnell zwischen Aufgaben, verliert dabei aber jedes Mal Qualität und Geschwindigkeit. Führungskräfte, die lernen, bewusst eine Aufgabe nach der anderen mit voller Präsenz zu erledigen, berichten regelmässig von spürbar besseren Ergebnissen, bei weniger Zeitaufwand.


  1. Routinen als Fokus-Anker. Vor jedem wichtigen Moment im Wettkampf haben Spitzensportler feste Rituale, die den Geist auf das Wesentliche ausrichten. Diese Routinen sind kein Aberglaube, sie sind neurologisch wirksame Trigger, die dem Gehirn signalisieren, jetzt zählt nur diese eine Sache. Im Führungsalltag lässt sich dasselbe Prinzip nutzen, ein kurzes, immer gleiches Ritual vor einem wichtigen Meeting oder einer Entscheidung schafft denselben mentalen Übergang.


  1. Bewusstes Ausblenden von Störreizen. Athleten trainieren aktiv, Lärm, Bewegung und Ablenkung im Umfeld zu ignorieren, ohne dabei Energie für die Unterdrückung dieser Reize aufzuwenden. Das ist ein entscheidender Unterschied, Fokus bedeutet nicht, gegen Ablenkung anzukämpfen, sondern eine Umgebung und eine innere Haltung zu schaffen, in der Ablenkung gar nicht erst Wirkung entfaltet.


Was fehlender Fokus Führungskräfte wirklich kostet

Die Kosten von Zerstreuung sind selten sofort sichtbar, aber sie sind real und kumulativ. Strategische Entscheidungen, die unter geteilter Aufmerksamkeit getroffen werden, sind nachweislich weniger durchdacht. Mitarbeitende spüren, wenn eine Führungskraft im Gespräch nicht wirklich präsent ist, auch wenn nichts ausgesprochen wird. Die eigene Erschöpfung steigt, weil ständiges Wechseln des Aufmerksamkeitsfokus kognitiv deutlich anstrengender ist als fokussierte Arbeit, selbst wenn objektiv weniger erledigt wird.

In meiner Arbeit im Coaching für Führungskräfte sehe ich immer wieder denselben Effekt, sobald jemand lernt, bewusster zu fokussieren, verändert sich nicht nur die Produktivität. Es verändert sich die Qualität der Präsenz in Gesprächen, die Klarheit von Entscheidungen, und das eigene Energieniveau am Ende eines Tages.


In meinem Alltag sieht das so aus, dass ich mir bewusst mindestens zwei Stunden pro Woche reserviere, in denen ich ausschliesslich an einer einzigen Sache arbeite, ohne Unterbrechung, ohne Nebenbei-Aufgaben. Der Effekt ist jedes Mal spürbar, denn die Effizienz steigt deutlich, weil ich nicht ständig den Gedankenfaden neu aufnehmen muss. Die Qualität der Arbeit ist höher, weil ich tiefer in ein Thema eintauchen kann, statt es nur oberflächlich abzuarbeiten. Auch die Kreativität profitiert, gerade die besten Ideen entstehen oft erst nach einer gewissen Zeit ungestörter Konzentration, nicht in den ersten fünf Minuten.

Was ich dabei immer wieder erlebe, ist ein echter Flow-Zustand, dieses Gefühl, vollständig im Moment zu sein, bei dem die Zeit fast verschwindet. Am Ende dieser zwei Stunden bleibt ein Gefühl von echter Erfüllung zurück, weil ich weiss, dass ich etwas wirklich Wichtiges vorangebracht habe, und nicht nur viele kleine Dinge erledigt habe.


Fokus trainieren: Drei Übungen aus dem CEO Coaching


  1. Der Fokus-Block. Reserviere täglich einen festen Zeitblock von mindestens 45 Minuten, in dem ausschliesslich eine einzige Aufgabe bearbeitet wird, ohne Benachrichtigungen, ohne E-Mail, ohne Unterbrechung. Beginne mit einem Block pro Tag, und steigere die Anzahl schrittweise. Spitzensportler trainieren Fokus genauso, in klar abgegrenzten, ungestörten Einheiten, nicht nebenbei.


  1. Das 2-Minuten-Übergangsritual. Entwickle ein kurzes, immer gleiches Ritual, das du vor wichtigen Meetings oder Entscheidungen nutzt, drei bewusste Atemzüge, eine kurze Frage an dich selbst, was ist jetzt das Wichtigste, oder ein kurzer Moment der Stille. Dieses Ritual signalisiert deinem Gehirn den Übergang in einen fokussierten Zustand, genau wie das Ritual eines Sportlers vor dem entscheidenden Moment.


  2. Die tägliche Drei-Prioritäten-Regel. Bestimme jeden Morgen genau drei Dinge, die an diesem Tag wirklich zählen, nicht zehn und nicht zwanzig. Alles andere wird bewusst zweitrangig behandelt. Diese Übung zwingt zu echter Priorisierung, und sie schafft die Klarheit, die nötig ist, um Fokus überhaupt gezielt einzusetzen.


Fokus als Führungskompetenz im Unternehmen verankern


Fokus ist nicht nur eine individuelle Fähigkeit, sondern ist auch eine Frage der Kultur. Eine Organisation, die ständige Erreichbarkeit belohnt und sofortige Reaktion auf jede Nachricht erwartet, untergräbt systematisch die Fähigkeit ihrer Führungskräfte, fokussiert zu denken und zu entscheiden.

Führungskräfte, die selbst fokussiert arbeiten und das auch sichtbar vorleben, schaffen den Raum, in dem ihre Teams dasselbe tun können. Das beginnt bei kleinen, aber wirksamen Signalen, Meetings ohne Laptops, klar definierte Zeiten für ungestörte Arbeit, oder die bewusste Entscheidung, nicht jede Nachricht sofort zu beantworten.


Leadership Coaching arbeitet genau an dieser Schnittstelle, individuelle Fokusfähigkeit zu stärken, und gleichzeitig die strukturellen Bedingungen zu schaffen, die fokussierte Führung im gesamten Team ermöglichen.


Fokus ist die Stärke erfolgreicher Führung

Der Tennisprofi am Aufschlag und die Führungskraft im entscheidenden Meeting haben mehr gemeinsam, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Beide brauchen die Fähigkeit, in einem Moment vollständig präsent zu sein, alles Irrelevante auszublenden, und mit voller Klarheit zu handeln.

Im Spitzensport ist diese Fähigkeit längst Trainingsstandard. Im Business wird sie noch zu oft dem Zufall überlassen. Wer Fokus bewusst trainiert, gewinnt einen Wettbewerbsvorteil, der sich in jeder Entscheidung, jedem Gespräch und jedem Tag bemerkbar macht.

Wenn du spürst, dass Zerstreuung deinen Führungsalltag mehr bestimmt, als dir lieb ist, dann ist genau das ein guter Ausgangspunkt für ein CEO Coaching, das bei dieser entscheidenden Kompetenz ansetzt.


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